Wissenschaftler beweisen Tomate als 'Mutter' der Kartoffel

Wissenschaftler haben eine faszinierende Entdeckung gemacht, die das Verständnis der Kartoffel und ihrer Herkunft revolutionieren könnte. Es wurde nachgewiesen, dass die Kartoffel durch Hybridisierung mit der Tomate und einer alten Pflanzenart entstand, was einen bedeutenden Meilenstein in der wissenschaftlichen Erforschung der Pflanzenzucht darstellt.
Diese bahnbrechenden Ergebnisse stammen von einem Forschungsteam des Landwirtschaftlichen Genomik-Instituts in Shenzhen und der Chinesischen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, in Zusammenarbeit mit Forschern aus Kanada und dem Vereinigten Königreich. Die Studie zeigt, dass die Kartoffel ihren Ursprung in einem alten Hybridisierungsereignis zwischen der Tomatenpflanze und einer nahen verwandten Art hat, das vor Millionen Jahren stattfand.
Die Kartoffel, die ihren Ursprung in Südamerika hat, hat aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts und ihrer Anpassungsfähigkeit weltweit an Beliebtheit gewonnen. Diese neuesten Erkenntnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Cell, könnten weitreichende Auswirkungen auf die genetische Züchtung von Kartoffeln haben.
Huang Sanwen, der die Studie leitete, betont, dass die Herkunft der Kartoffel bisher ein Rätsel war. Dies wurde durch eine phylogenetische Analyse unterstützt, die zeigt, dass moderne Kartoffelpflanzen eng mit der artverwandten Spezies Etuberosum verwandt sind, die jedoch keine Knollen bildet.
Um das Geheimnis der Kartoffelherkunft zu entschlüsseln, analysierten die Forscher Genome und Sequenzierungen von kultivierten Kartoffeln sowie deren wilden Verwandten. Ihre umfangreiche Untersuchung ergab, dass alle untersuchten Kartoffeln genetische Anteile sowohl von der Tomate als auch von Etuberosum aufweisen, was zu der Schlussfolgerung führt, dass die Kartoffel ein hybrides Nachkommen dieser beiden Pflanzen ist.
Die Forscher ermittelten zudem, dass Etuberosum und Tomate vor Millionen Jahren auseinander gingen, bevor sie schließlich hybridisierten und die ersten knollenbildenden Kartoffeln hervorbrachten. Die Ergebnisse klärten die komplizierte genetische Abstammung der Kartoffel auf.
Den Wissenschaftlern stellte sich allerdings die Frage, warum nur die Kartoffel Knollen entwickelt hat, während ihre Vorfahren dies nicht taten. Sie vermuten, dass die Knolle das Ergebnis genetischer Umstellungen ist, die durch das Kreuzungsevent entstanden sind.
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie war das SP6A-Gen, das für die Knollenbildung verantwortlich ist und von der Tomatenlinie stammt. Gleichzeitig spielen andere Gene eine Rolle, die von Etuberosum kommen und für das Wachstum der unterirdischen Stängel verantwortlich sind.
Diese Entdeckung erweitert nicht nur das Wissen über die Ursprünge der Kartoffel, sondern bietet auch neue Möglichkeiten für die Verbesserung der genetischen Vielfalt in der Kartoffelzüchtung. Viele Kartoffelarten zeigen ein mosaikartiges Muster der genetischen Beiträge aus beiden Elternlinien, was ihnen eine höhere Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Umweltbedingungen ermöglicht.
Die Knolle als spezifisches Organ bietet den Kartoffeln Überlebensvorteile, indem sie Wasser und Nährstoffe speichert, was es ihnen ermöglicht, widrige Umweltbedingungen zu überstehen. Diese evolutionäre Entwicklung führte zu einer Explosion neuer Kartoffelarten und trägt zur Vielfalt der Kartoffeln bei, die wir heute nutzen.
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