Methanausströmungen in der Antarktis steigen rasant – Klimasorgen wachsen

Veröffentlicht am Jan. 09, 2026.
Methanausströmungen in der Antarktis steigen rasant – Klimasorgen wachsen

Eine aktuelle Studie zeigt einen alarmierenden Anstieg der Methanseeps in der Antarktis und dokumentiert über vierzig neue Austrittsstellen. Diese Entdeckung wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich einer möglicherweise unterschätzten Quelle von Treibhausgasemissionen auf.

Methan, ein hochwirksames Treibhausgas, speichert über einen Zeitraum von zwanzig Jahren bis zu achtzigmal mehr Wärme als Kohlendioxid. Wissenschaftler sind daher besonders daran interessiert, die Verbindung zwischen diesen Methanquellen und dem ansteigenden Klima zu erforschen. Eine Erklärung der Institution Earth Sciences New Zealand weist auf diese Dringlichkeit hin.

Die Forscher haben mehr als vierzig neue Methan-Austrittsstellen in den flachen Gewässern des Rossmeeres entdeckt. Dies deutet auf einen grundlegenden Wandel in der regionalen Methanfreisetzung um die Antarktis hin und ist das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung, die das Auftreten dieser Seepunkte in den Küstenumgebungen des Kontinents analysiert.

Laut der Meereswissenschaftlerin Sarah Seabrook von Earth Sciences New Zealand handelt es sich bei diesen Methanemissionen um Bereiche des Meeresbodens, an denen Methan und andere Chemikalien aus unterirdischen Reservoirs entweichen und im Wasser gelöst werden. Oft resultiert dies in Blasenströmungen, die bis zur Wasseroberfläche reichen.

Der erste Methanaustritt wurde im Jahr zweitausendzwölf zufällig entdeckt, und seitdem ist ein dramatischer Anstieg in der Entdeckung solcher Stellen zu beobachten. Seabrook weist darauf hin, dass ein ähnliches Phänomen derzeit auch in der Arktis dokumentiert wird.

„Jedes Mal, wenn wir einen neuen Austritt entdecken, verspüren wir zunächst Aufregung, doch diese wird schnell von Angst und besorgniserregenden Gedanken über die möglichen Auswirkungen überlagert“, erläutert Seabrook, die Hauptautorin der in Nature Communications veröffentlichten Studie, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der University of California, Santa Barbara, und der University of Tasmania durchgeführt wurde.

Seabrook betont die besorgniserregende Möglichkeit, dass, wenn die Methanquellen in der Antarktis dem Verhalten anderer globaler Quellen folgen, Methan zügig in die Atmosphäre gelangen könnte. Diese Quelle wurde in vielen künftigen Klimaszenarien bislang nicht berücksichtigt.

Das Forschungsteam, geleitet von Seabrook, nutzte ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge sowie Taucher, um nach neuen Methanaustritten zu suchen. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Standorte mit Tiefen von bis zu zweihundertvierzig Metern. Im Bereich des Kap Evans an der Westseite von Antarktikas Ross-Insel wurden anstelle eines ursprünglich dokumentierten Austritts zahlreiche weitere gefunden.

„Wenn diese Quellen weiterhin in den Gebieten auftreten, die wir untersuchen, stellt sich wirklich die Frage, wie sich die flachen Küstenumgebungen in der Antarktis in den kommenden fünf oder zehn Jahren verändern könnten. Dieses System verändert sich rapide Jahr für Jahr“, so Seabrook.

Das Forschungsteam plant, in der kommenden Saison zurückzukehren, um weitere Austrittsstellen zu untersuchen. Dennoch machen das schmelzende Meereis in bestimmten Gebieten, wie etwa am Kap Evans, einige Standorte unzugänglich.

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