Klinische Studie zu Nierentransplantationen von Schweinen in den USA gestartet

In den USA hat das Biotechnologieunternehmen United Therapeutics mit einer klinischen Studie begonnen, die sich auf die Transplantation genetisch bearbeiteter Nieren von Schweinen in menschliche Patienten konzentriert. Dies soll der anhaltenden Krise des Organmangels entgegenwirken.
Laut Berichten der US-Medien handelt es sich um die erste groß angelegte klinische Studie, die von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) genehmigt wurde, um diese Art der Transplantation durchzuführen. Dies folgt auf mehrere Einzeltransplantationen, die zuvor im Rahmen von "mitfühlenden Einsätzen" stattfanden.
Das Ziel der Studie ist es, systematisch die Sicherheit und Wirksamkeit von genmanipulierten Schweinenieren bei Patienten mit terminaler Nierenerkrankung zu evaluieren. Der Forschungsplan sieht zunächst die Rekrutierung von sechs Teilnehmern vor, wobei die Transplantationen in zwei verschiedenen Zentren stattfinden.
Nach Abschluss der ersten Transplantationen wird ein unabhängiger Prüfausschuss die Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten überprüfen und entscheiden, ob die Studie in die nächste Phase übergehen kann. Zukünftig könnte die Teilnehmeranzahl auf etwa fünfzig erhöht werden.
Teilnehmer der Studie sind zwischen 55 und 70 Jahren alt, leiden an terminaler Niereninsuffizienz und haben bereits seit mindestens sechs Monaten Dialysebehandlungen erhalten. Nach der Transplantation werden die Patienten 24 Wochen lang überwacht, um eine Vielzahl von Faktoren zu bewerten, einschließlich Nierenfunktion und Lebensqualität.
Die genetisch modifizierten Schwienerien haben zehn genetische Modifikationen durchlaufen, darunter das Deaktivieren mehrerer Gene, die menschliche Abstoßungsreaktionen hervorrufen könnten, sowie das Hinzufügen menschlicher Gene zur Verbesserung der Kompatibilität.
Laut Dr. Robert Montgomery, dem Direktor des NYU Langone Transplant Institute, stellt diese klinische Studie einen entscheidenden Wendepunkt in der Transplantationsmedizin dar. Sie könnte einen neuen Weg aufzeigen, um den globalen Mangel an organischen Spendern zu bekämpfen.
Weltweit warten viele Patienten dringend auf Nierentransplantationen. Die genetische Modifikation von Schweinen zielt darauf ab, deren Organe für menschliche Empfänger verträglicher zu machen und abzulehnen.
Angesichts ihrer strukturellen und physiologischen Ähnlichkeiten mit menschlichen Organen gelten Schweineorgane als ideale Kandidaten für die Xenotransplantation. Doch die Organtransplantation über Artgrenzen hinweg bringt auch zahlreiche Risiken und technische Herausforderungen mit sich.
In den letzten Jahren haben US-Mediziner im Rahmen des "compassionate use"-Programms der FDA mehrere Transplantationsexperimente durchgeführt.
Vor Kurzem stellte ein Team des Massachusetts General Hospital einen Rekord auf, indem es eine genetisch veränderte Schweineniere transplantierte, die fast neun Monate lang im menschlichen Körper funktionierte, bevor sie entfernt werden musste.
Ein international agierendes medizinisches Team transplantierte ebenfalls erfolgreich eine genetisch modifizierte Schweineniere in China, was die potenziellen Fähigkeiten dieser neuen Technologie weiter unterstreicht.
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