Nobelpreisträger Chen Ning Yang im Alter von 103 Jahren verstorben

Der renommierte Physiker und Nobelpreisträger Chen Ning Yang ist am Samstag im Alter von 103 Jahren in Peking verstorben. Yang hat die Teilchenphysik nachhaltig geprägt und war eine herausragende Persönlichkeit in der Wissenschaftsgemeinschaft.
Geboren wurde Yang im Jahre 1922 in Hefei, einer Stadt im Osten Chinas. Im Jahr 1938 begann er seine akademische Laufbahn an der National Southwest Associated University, wo er 1944 seinen Master-Abschluss in Naturwissenschaften an der Tsinghua-Universität erwarb. Ein Jahr später setzte er seine Studien in den Vereinigten Staaten als staatlich geförderter Student fort und promovierte 1948 an der Universität von Chicago.
Nach dem Abschluss blieb Yang an der Universität von Chicago und trat 1949 dem Institute for Advanced Study in Princeton bei, wo er 1952 zum Mitglied auf Lebenszeit und 1955 zum Professor ernannt wurde. Im Jahr 1966 wurde er Einstein-Professor an der State University of New York in Stony Brook, wo er das Institut für Theoretische Physik gründete, das heute als C.N. Yang Institute for Theoretical Physics bekannt ist, und dort bis 1999 tätig war.
Im Jahre 1957 wurde Yang zusammen mit Tsung-Dao Lee mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Ihre bahnbrechende Arbeit zur Paritätsnonkonservierung in schwachen Wechselwirkungen machte sie zu den ersten Wissenschaftlern aus China, die diesen prestigeträchtigen Preis erhielten.
Die Yang-Mills-Gauetheorie, die Yang und Robert Mills entwickelten, bildet die Grundlage für das Standardmodell der Teilchenphysik und gilt als ein Grundpfeiler der modernen Physik, vergleichbar mit den Maxwell-Gleichungen und der allgemeinen Relativitätstheorie von Einstein. Darüber hinaus entdeckte Yang die Yang-Baxter-Gleichung, die in der eindimensionalen Quantenmany-Body-Physik Anwendung findet und neue Perspektiven in der Statistikphysik und mathematischen Forschung eröffnete.
Yang hat im Laufe seiner Karriere bedeutende Beiträge zur Teilchenphysik, Feldtheorie, statistischen Mechanik und Festkörperphysik geleistet, die tiefgreifende Auswirkungen auf die moderne Wissenschaft hatten. Er wurde zum Ehrenmitglied in mehr als zehn Wissenschaftsakademien weltweit ernannt und erhielt über zwanzig Ehrendoktorwürden sowie zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter die National Medal of Science der USA und die Franklin-Medaille.
Tief verwurzelt in seiner Heimat China, spielte Yang eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Wissenschaft und Bildung im Land. Sein Besuch in China im Jahr 1971 führte zu einer Welle von Austauschprogrammen zwischen chinesischen und im Ausland lebenden chinesischen Wissenschaftlern und festigte seinen Ruf als Pionier des akademischen Austauschs zwischen China und den Vereinigten Staaten.
Yang half auch bei der Gründung des Ausschusses für wissenschaftliche Kommunikation mit China, der nahezu einhundert chinesischen Wissenschaftlern die Möglichkeit gab, in den USA zu studieren. Viele dieser Wissenschaftler wurden später zu führenden Köpfen in der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung Chinas.
Nach seiner Rückkehr nach China im Jahr 1999 trat Yang der Tsinghua-Universität bei, wo er als Professor und ehrenamtlicher Direktor des Instituts für Fortgeschrittenes Studium tätig war. In den letzten zwei Jahrzehnten seiner Karriere widmete er sich der Talentförderung, dem internationalen akademischen Austausch sowie der Stärkung der Grundlagenwissenschaften in China.
Yang hinterlässt einen bleibenden Einfluss auf die Hochschulbildung und die wissenschaftliche Forschung in China durch sein Engagement und seine bedeutenden Beiträge zur Wissenschaft.
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