Deutsche Autohersteller lehnen EU-Zölle auf chinesische E-Autos ab

Veröffentlicht am Nov. 21, 2025.
Deutsche Autohersteller lehnen EU-Zölle auf chinesische E-Autos ab

Die deutsche Automobilindustrie hat sich entschieden gegen die neuen Strafzölle der Europäischen Union auf Elektrofahrzeuge aus China ausgesprochen, die von der EU für kommende Tage eingeführt werden sollen.

Die vorläufigen Zölle in Höhe von bis zu 37,6 Prozent sollen gelten, während weiterhin Gespräche mit China stattfinden. Bis zur endgültigen Entscheidung über die Zölle, die für Anfang November angesetzt ist, sind die Importeure verpflichtet, Sicherheiten in Höhe der potenziellen Abgaben zu hinterlegen.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Mueller, äußerte in einem schriftlichen Interview mit Xinhua, dass diese zusätzlichen Zölle nicht dazu geeignet seien, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie zu stärken.

Diese Auffassung findet breite Unterstützung innerhalb der deutschen Automobilindustrie. Michael Schumann, Vorsitzender des Deutschen Bundesverbands für Wirtschaftsförderung und Außenhandel, schloss sich dieser Meinung an und erklärte, dass die Branche geschlossen gegen die Zölle ist.

Er appellierte an beide Seiten, den Konflikt vor Inkrafttreten der Zölle zu lösen und betonte, dass die EU im Interesse der Umweltziele und der Verbraucher Zugang zu erschwinglicher E-Mobilität haben sollte, in der China eine Schlüsselrolle spielt.

Ebenso äußerten sich europäische Automobilhersteller skeptisch zu den vorgeschlagenen Zöllen. Der deutsche Hersteller Mercedes-Benz betonte die Notwendigkeit von freiem und fairem Handel und warnte vor dem potenziellen wirtschaftlichen Schaden durch einen allgemeinen Trend zum Protektionismus.

Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, kritisierte ebenfalls die Zölle der EU und bezeichnete diese als Sackgasse für dabei betroffene Unternehmen. Er wies zudem auf die Gefahren hin, die die Zölle für die Umweltziele der EU mit sich bringen könnten.

Die EU verfolgt im Rahmen der Green Deal-Pläne das Ziel, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden und die Treibhausgasemissionen bis 2030 signifikant zu senken. Diese ambitionierten Ziele könnten durch die Zölle gefährdet werden, was ebenfalls Zipse ansprach.

Darüber hinaus zeigen aktuelle Statistiken, dass die Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) in der EU bereits rückläufig sind, was die Dringlichkeit zur Zusammenarbeit unterstreicht.

Die historisch geprägte Offenheit der EU im internationalen Handel hat sich zum Vorteil des deutschen Automobilsektors ausgewirkt, der im letzten Jahr stark nach China exportierte, während die Importe deutlich niedriger waren.

Laut Müller vom VDA könnte der durch die neuen Zölle verursachte Schaden potenziell die Vorteile für die europäische Automobilindustrie überwiegen. Schumann forderte die EU dazu auf, politische Entscheidungen nicht ideologisch zu treffen, sondern sich an den echten Bedürfnissen der Menschen zu orientieren.

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