WHO-Bericht: Bis zu 40 Prozent der Krebsfälle vermeidbar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einem aktuellen Bericht festgestellt, dass bis zu 40 Prozent der Krebsfälle weltweit vermeidbar sind. Diese bedeutsame Entdeckung unterstreicht das Potenzial präventiver Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung aus Genf und Lyon, die im Vorfeld des Welttags gegen Krebs veröffentlicht wurde, erläuterte die WHO, dass diese Schlussfolgerungen auf einer umfassenden globalen Analyse basieren, die in Zusammenarbeit mit der Internationalen Agentur für Krebsforschung durchgeführt wurde.
Die durchgeführte Studie evaluierte eine Vielzahl von 30 vermeidbaren Risikofaktoren, darunter den Konsum von Tabak und Alkohol, einen erhöhten Body-Mass-Index, Bewegungsmangel, Luftverschmutzung sowie ultraviolette Strahlung. Zum ersten Mal wurden auch neun krebserregende Infektionen in die Analyse einbezogen.
In der zeitgleich veröffentlichten Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Medicine wird geschätzt, dass im Jahr zweiundzwanzig etwa 37 Prozent aller neuen Krebsfälle, was ungefähr sieben Millionen Fällen entspricht, auf vermeidbare Ursachen zurückzuführen sind. Diese Erkenntnisse verdeutlichen das massive Potenzial der Prävention zur Reduzierung der globalen Krebsbelastung.
Die Analyse, basierend auf Daten aus 185 Ländern zu 36 verschiedenen Krebsarten, stellt fest, dass Tabakkonsum die führende vermeidbare Ursache für Krebs weltweit darstellt und 15 Prozent aller neuen Fälle ausmacht. Infektionen und Alkoholkonsum folgen auf den Plätzen zwei und drei.
Besonders auffällig ist, dass drei Krebsarten – Lungen-, Magen- und Gebärmutterhalskrebs – nahezu die Hälfte aller vermeidbaren Fälle bei Männern und Frauen ausmachten. Lungenkrebs korreliert stark mit dem Rauchen und der Luftverschmutzung, während Magenkrebs häufig auf eine Infektion mit Helicobacter pylori zurückzuführen ist. Gebärmutterhalskrebs hingegen wird überwiegend durch das Humane Papillomavirus (HPV) verursacht.
Andre Ilbawi, Teamleiter für Krebsbekämpfung bei der WHO und einer der Autoren der Studie, kommentierte, dass dies die erste globale Analyse sei, die das Risiko von Krebs aufgrund vermeidbarer Ursachen konkret aufzeigt. Er betonte, dass durch die Untersuchung von Mustern in verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen Regierungen und Individuen gezielte Informationen zur Verfügung gestellt werden können, um zahlreiche Krebsfälle bereits im Vorfeld zu verhindern.
Der Bericht legt auch offen, dass die Belastung durch vermeidbaren Krebs bei Männern deutlich höher ist als bei Frauen. So machen 45 Prozent der neuen Krebsfälle bei Männern vermeidbare Ursachen aus, während dieser Wert für Frauen bei 30 Prozent liegt.
Bei den Männern führen schätzungsweise 23 Prozent aller neuen Krebsfälle auf Rauchen zurück, gefolgt von 9 Prozent, die auf Infektionen zurückzuführen sind, sowie 4 Prozent, die durch Alkohol verursacht werden. Unter den Frauen weltweit entfallen 11 Prozent der neuen Krebsfälle auf Infektionen, 6 Prozent auf Rauchen und 3 Prozent auf einen erhöhten Body-Mass-Index.
Die Ergebnisse der Studie betonen die Dringlichkeit für spezifische Präventionsstrategien, die umfassende Maßnahmen zur Tabakkontrolle, Regulierung des Alkoholkonsums, Impfungen gegen krebserregende Infektionen wie HPV und Hepatitis B sowie die Verbesserung der Luftqualität und sichere Arbeitsbedingungen einschließen sollten.
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