China im Aufstieg: Globale wissenschaftliche Zusammenarbeit im Wandel

Eine neue Analyse, die von Clarivate veröffentlicht und in Nature vorgestellt wurde, zeigt, dass die globale wissenschaftliche Zusammenarbeit einem strukturellen Wandel unterliegt. Dabei wird China zunehmend zu einem zentralen Akteur, während sich dessen Forschungskapazitäten und internationale Partnerschaften kontinuierlich ausweiten.
Die Analyse basiert auf 25 Jahren Zitationsdaten aus dem Web of Science, dem weltweit größten Zitationsindex. Die Ergebnisse zeigen, dass China seine Zusammenarbeit mit Europa vertieft und gleichzeitig seinen Einfluss in Südostasien, dem Nahen Osten und Afrika ausweitet. Diese Entwicklung geht einher mit einer deutlichen Zunahme der nationalen Forschungsstärke Chinas, das im vergangenen Jahrzehnt mehr als die Hälfte seiner Produktivität gesteigert hat.
Im Jahr 2020 überholte China die Vereinigten Staaten als größten Produzenten von Forschungspapieren der Welt. Die Daten deuten zudem darauf hin, dass China bereit ist, eine führende Rolle im Bereich der Zitationswirkung zu übernehmen.
Im Gegensatz dazu sieht sich die USA einem anhaltenden Rückgang gegenüber. Der Einfluss inländischer Forschung hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen, insbesondere seit 2018, als die USA in einer Vielzahl von Bereichen hinter anderen Nationen zurückfielen. Analysten führen diesen Trend auf politische Maßnahmen zurück, die die Forschungsförderung verringerten und internationale Studierende einschränkten.
Chinesische Experten sehen die Dynamik Chinas als Ergebnis langfristiger politischer Planungen sowie einer umfassenden Talentförderung und eines Forschungsumfeldes, das Universität und Industrie integriert. Sie betonen, dass die Zusammenarbeit zwischen China und Europa zunehmend gestärkt wird, wobei beide Seiten komplementäre Stärken bieten.
Die Analyse warnt jedoch, dass die globale Wissenschaft darunter leiden könnte, wenn die Barrieren für den Informationsaustausch und die grenzübergreifende Zusammenarbeit aufgrund von Sicherheitsbedenken zunehmen. Caroline Wagner, eine Wissenschaftlerin der Ohio State University, merkt an, dass die Ära eines relativ freien akademischen Austauschs zu Ende geht, während sich die politischen Veränderungen verschärfen.
Trotz dieser Herausforderungen argumentieren Experten, dass wissenschaftlicher Fortschritt sowohl von Wettbewerb als auch von Zusammenarbeit abhängt. Während die Beziehungen zwischen China und den USA sich weiterentwickeln, wird das globale Forschungsnetzwerk in eine multipolare Struktur umorganisiert, in der China eine zunehmend einflussreiche Rolle spielt.
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