Chinesische Forscher entdecken gemeinsamen Mechanismus von Ketamin und EKT bei Antidepressiva

Veröffentlicht am Jan. 12, 2026.
Chinesische Forscher entdecken gemeinsamen Mechanismus von Ketamin und EKT bei Antidepressiva

Chinesische Forscher haben einen bedeutenden Durchbruch in der Behandlung von Depressionen erzielt, indem sie den Adenosin-Signalweg als gemeinsamen Mechanismus hinter Ketamin und Elektrokrampftherapie (EKT) identifizierten. Diese Erkenntnis, veröffentlicht im renommierten Wissenschaftsjournal Nature, bietet neue Einsichten in die Funktionsweise zwei kraftvoller Antidepressiva.

Zum ersten Mal wurde der Mechanismus erklärt, der beiden schneller wirkenden Therapien zugrunde liegt. Während Ketamin und EKT zu den wirksamsten Behandlungen für therapieresistente Depressionen zählen, blieben ihre Wirkungsweisen bislang weitgehend unklar. Diese neue Entdeckung eröffnet nun die Möglichkeit, die Entwicklung sicherer und effektiver Behandlungen voranzutreiben.

Die Studie wurde unter der Leitung von Professor Luo Minmin am Chinesischen Institut für Gehirnforschung in Peking durchgeführt, in Zusammenarbeit mit Professor Wang Xiaohui vom Changchun Institut für Angewandte Chemie sowie Professor Li Yulong von der Peking-Universität. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit hat entscheidend zur Klärung der Zusammenhänge beigetragen.

Nach Ansicht der Forscher sind Ketamin und EKT gegenwärtig die effektivsten Interventionen zur Behandlung von schweren Depressionen. Beide Methoden erzeugen innerhalb kürzester Zeit starke therapeutische Effekte, und diese neue Erkenntnis über den Adenosin-Signalweg könnte die Forschung in diesem Bereich erheblich voranbringen.

Durch kombinierte genetische und pharmakologische Experimente konnten die Forscher zeigen, dass die Blockade der Adenosin-Signalisierung im Gehirn die antidepressiven Effekte beider Therapien aufhebt. Im Gegensatz dazu zeigte die Aktivierung des Signalwegs eine signifikante Verbesserung der Symptome.

Professor Luo erklärte, dass Ketamin und EKT zwar unterschiedliche Ansätze verfolgen, jedoch schlussendlich das gleiche Ziel erreichen: eine massive Freisetzung von Adenosin, das zur Linderung depressiver Symptome führt.

Die Forschung bietet auch Ansätze für neue medikamentenfreie Therapien. Ein neues Hypoxieprotokoll hat sich als effektiv erwiesen, um den Adenosin-Signalweg zu aktivieren und antidepressive Wirkungen zu erzielen, was vielversprechende Perspektiven für nicht-invasive Behandlungen eröffnet.

Diese Entdeckung könnte den Weg zu einer Präzisionsmedizin ebnen, die auf klaren biologischen Mechanismen basiert und eine integrierte Sicht auf pharmazeutische, elektrische und physiologische Therapien bietet.

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